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Hier finden Sie aktuelle Informationen rund um das Institut für Psychotraumatologie des Kindes- und Jugendalters (IPKJ) in Hamburg. Darüber hinaus werden Ihnen interessante Themen und Links zu Publikationen, aktuellen Presseauftritten von Dr. Andreas Krüger und weitere, relevante Informationen zum Themengebiet der Traumatherapie geboten. Bei Fragen nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf. Mehr Informationen und aktuelle Nachrichten bietet Ihnen zusätzlich unser Newsletter.







Das Schöne am Frühling ist,
dass er immer gerade dann kommt,
wenn man ihn am dringendsten braucht.

 Jean Paul


Aktuelles in Kürze


  • Neuer Gesetzentwurf zum Adoptionshilfegesetz

    "Weg frei für bessere Unterstützung und Beratung bei Adoptionen": Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat Ende 2020 ein neues Adoptionshilfegesetz verabschiedet. Ein erster Schritt in die Richtige Richtung, der aber nicht weit genug greift: "Was im Gesetzentwurf weiterhin für Kind/Adoptiveltern fehlt: 1) eine vorbereitende, vertiefte traumapsychologische Qualifikation der zukünftigen Eltern, die oft schwer belastete Kinder bei sich aufnehmen und 2) eine verlässliche traumatherapeutisch fundiert qualifizierte Versorgungsoption (primäre Diagnostik, fortlaufende Beratung und/oder ggf. auch Therapie)." - sagt Dr. Andreas Krüger, Leiter des IPKJ.

  • Traumatherapie stets relevant: Interpol liefert Zahlen zu Online-Kindesmissbrauch in Zeiten von COVID-19

    Aktuelle Fallzahlen belegen die wichtige Rolle der Traumatherapie in Zeiten einer Pandemie: Die internationale kriminalpolizeiliche Organisation Interpol erläutert einen Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und ansteigenden Zahlen von Kindesmissbrauchsfällen im Internet. Lesen Sie hier den Bericht der Interpol

  • Die COVID-19-Pandemie als multidimensionaler und potenziell toxischer Stressfaktor

    Leseempfehlung: Die Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie veröffentlichte in einem Artikel eine wissenschaftlich differenzierte Betrachtung der psychologischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf verschiedene Altersstufen sowie psychische Vulnerabilitäten und Störungsbilder, wobei auch Chancen für die psychische Gesundheit und psychotherapeutische Versorgung diskutiert werden. Zum Artikel.

  • Ankerland wird preisgekrönt

    Das Herzensprojekt "Ankerland e. V. - Hilfe für traumatisierte Kinder" des Institutsleiters des IPKJ wurde Ende 2020 mit dem Metropolitaner Award ausgezeichnet. Der Preis wird für außergewöhnliches Engagement in der Metropolregion Hamburg verliehen. In der Endauswahl mit 15 Favoriten wurden letztlich drei Siegerinnen und Sieger gekürt. Darunter auch das Ankerland.

  • Dreht sich alles nur noch um Corona?

    Abseits vom durchaus wichtigen Thema dieser weltweiten Pandemie sollte man der eigenen Seele auch mal wieder etwas Gutes zu tun. Medien, die gute Nachrichten verbreiten, helfen dabei, den Fokus auf das Positive zu lenken und Corona zeitweise eine Pause zu schenken. Dazu zählen zum Beispiel Portale, wie "Good News" oder "Nur Positive Nachrichten.de".

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MDR Podcast mit Dr. Andreas Krüger


Am Dienstag den 30. März 2021 erschien eine neue Folge des Podcasts "Kind im Blick", diesmal mit Andreas Krüger als Gast. Es wird nicht nur die Situation von Kindern während der Pandemie thematisiert, sondern hinter die Fassade geblickt: Wo fängt Gewalt an Kindern bereits an, was macht das mit Kindern, wie können wir dem entgegenwirken? Unsere Podcast-Empfehlung für Sie zum Osterwochenende.




Das IPKJ und Corona

Gerade Kinder, die viel Fürsorge und Nähe brauchen, leiden in Zeiten einer solchen Pandemie. Es wird ihnen verboten, ihre FreundInnen zu umarmen, sich mit ihnen zu treffen. Alltägliche Situationen sind plötzlich von menschlicher Distanz geprägt. Was für Kinder, die in gut behüteten Verhältnissen aufwachsen, tolerierbar sein mag, gleicht einer zumindest einer seelischen Herausforderung für traumatisierte Kinder und Jugendliche oder gar einer schweren zusätzlichen Belastung. In diesen Zeiten ist eine Abwägung von Interessen in unserer Gesallschaft mit Augenmaß wichtig: Da ist zum einen der notwendige Schutz von Risikogruppen. Kinder und Erwachsene, mit körperlichen Erkrankungen, ältere Mitmenschen zählen dazu. Dann ist es aber auch wichtig, die Auswirkungen aller Schutzmaßnahmen für diese Gruppe auf potenziell durch Gewalt bedrohte Kinder in sozialer Isolation ausreichend zu berücksichtigen. Viele von ihnen leiden unter schweren physischen Beeinträchtigungen und benötigen dringend pädagogische und andere Hilfe sowie geeignete therapeutische Unterstützung. Ein Lockdown verschließt den Kindern wichtigen Zugang zu vielen dieser Hilfen. Bei der Abwägung aller Rechtsgüter und Bedürfnisse richten wir gerade auch in dieser Zeit einen aufmerksamen Blick auf das Kindeswohl. Traumatisierten Kindern und Jugendlichen muss jetzt geholfen werden. Nicht erst wieder in einem Jahr. Jeder vermeidbare Flashback mehr entspricht einer neuerlich traumatisierenden, intrusiven Erinnerung und muss vermeiden werden. Jugendliche werden oftmals unter der Wirkung dieser Symptomatik suizidal. Traumasensible soziale und pädagogische Hilfen sowie Traumatherapie stehen genau dafür ein.

Dr. Andreas Krüger im SPIEGEL-Interview: Großbrand im Flüchtlingslager Moria

"Fieber messen in der Seele" nennen wir es, wenn ein traumatisiertes Kind zu uns kommt und wir gemeinsam nach den Störungszeichen des „Notfallprogramms im Kopf“ forschen - ein Schrei nach Hilfe, der gehört werden muss. Anfang Oktober kamen die ersten 50 von insgesamt 150 unbegleiteten Kindern und Jugendlichen aus dem Flüchtlingslager Moria nach Deutschland. Das Lager, in dem auch tausende Kinder und Jugendliche in unwürdigen Verhältnissen auf ein Leben in Sicherheit vor Krieg und Vertreibung warteten, machte im September wegen eines Großbrandes Schlagzeilen: In einem Camp, das eigentlich für "nur" knapp 3000 Menschen ausgerichtet war, lebten zeitweilig bis zu 20.000 Menschen - Europas größtes Flüchtlingslager und ein sogenannter Hotspot der EU. Nicht nur die maßlose Überfüllung ist ein Problem: Die tagtäglichen Katastrophen für die Kinder vor Ort, die mutmaßliche tätliche und sexuelle Gewalt, die viele von Ihnen erleiden und bedrohen sowie die ständige Auseinandersetzung mit dem Tod und eine völlig unsichere Zukunft, stellen die Psyche der jungen Menschen und deren Bezugspersonen jeden Tag aufs neue auf eine extreme Belastungsprobe. Die Kinder und Jugendlichen, die hier waren, haben das Schlimmste erlebt und gesehen. Und fast ist jedes Kind ist schwer traumatisiert. Gerade für die Kleinsten ist diese Situation nur schwer bis gar nicht zu bewältigen: Der Körper ist für viele ein "Orte des Schreckens" und nicht der liebevollen Zuwednung geworden. Die Posttraumatische Belastungsstörung sowie dissoziative Störungen sind fassbare Diagnosen, die aus traumpsychologischer Sicht dringend behandlelt werden müssen. In seinem Interview mit dem SPIEGEL erläutert Dr. Andreas Krüger die psychischen Folgen für Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, die in Moria leben mussten und dann plötzlich wegen eines Infernos wieder auf der Flucht waren.